Am besten sie fahren mal eine Weile weg...
Ihr Vorschlag: ein Rehabilitations Aufenthalt in einer Klinik.
5 Wochen in ein anderes Bundesland.
Um mich intensiv mit einer einziegen Sache zu beschäftigen.
Mit mir.
Was soll ich sagen - ich habe schon öfters darauf angespielt und heute will ich es einmal ganz klar aussprechen.
Die Therapie hat mir persönlich nicht geholfen.
Nein gar nicht. Aber wisst ihr, wenn ich nie zu all diesen Gesprächen gegangen wäre - dann wäre ich niemals in dieser Klinik gelandet. Und wenn mir eine Sache im Rahmen der Therapie wirklich geholfen hat dann war es eben dieser Ort.
5 Wochen verweilte ich in der Rehabilitationsklinik in Bad Wildungen.
Schwerpunkt = Psychosomatik und Psychotherapie.
Was ich da so getrieben habe?
Einzeltherapie, Gruppentherapie, Bewegungstraining, Entspannungskurse wie Yoga, Hydromassage und Schlammpackungen, Kunsttherapie, Ernährungsberatung, berufliche Neuintegration all sowas. All sowas und viel mehr.
Was war dieses viel mehr?
Nun ja - ich hatte unfassbar viel Zeit. Zeit für mich.
Es gab plötzlich keinen kleinen Hund mehr der 4x mal am Tag raus musste.
Es gab keinen Haushalt mehr den ich schmeißen sollte.
Es gab keine Freunde oder Familie zu denen ich Kontakt pflegen musste.
Es gab keine Verpflichtungen - außer eine.
Mich wirklich einmal nur um mich selbst zu kümmern.
Und dann war da noch etwas. Etwas ganz besonderes. Ich habe Menschen kennengelernt. & wir hätten gar nicht unterschiedlicher sein können. & genau das war es was ich gebraucht habe. Genau diese Menschen. Sie haben nichts besonderes getan oder gesagt weswegen es mir besser ging. Aber eine Sache haben sie getan - sie mochten mich - einfach so.. verbrachten die freie Zeit mit mir - weil sie es wollten. Und damit zeigten sie mir etwas.
Eines meiner größten Probleme war keine meiner Diagnosen.
Diese waren um sie noch einmal zu erwähnen.
- Depressionen
- Angststörungen
- posttraumatische Belastungsstörung
- Panikattacken
- sowie Anpassungsstörungen
Aber eines meiner größten Probleme war keine meiner Diagnosen.
Eines meiner größten Probleme war die Tatsache, dass ich mir nie vorstellen konnte, dass Menschen mich wirklich mögen - geschweige denn lieben könnten.
Und diese 5 Wochen - diese Menschen - sie haben mir gezeigt:
Das alle mich akzeptiert haben - nur ich selbst tat es nie.Nach der Rehabilitation fühlte ich mich um einiges besser. Ich war ruhiger und im reinen mit mir selbst. Ich war ausgeglichen und zum ersten mal seit langem wirklich glücklich, wenn ich in den Spiegel sah. Ich habe gelächelt - nicht nur im Gesicht - nein auch im Herzen.
Das allerdings hielt nicht lange an. Ich fiel zurück. Tief in ein Loch.
Warum?
Weil ich wieder da war - in meinem Leben.
Und ja ich hatte mich geändert - aber nein meine Umwelt hatte es nicht.
Ich ging im Anschluss noch zu einigen Gesprächen und war bei verschiedenen Therapeuten.
Alles in allem möchte ich abschließend sagen, dass mir nichts von alle dem geholfen hat.
Und wisst ihr was niemand hätte mir helfen können. Rückblickend ist das ok.
Weil es nur eine Person gibt, die dich da wieder rausholen kann.
Du!
Um diesen Beitrag nicht noch in einer 4rer Reihe zu verwandeln fasse ich mich jetzt etwas kürzer.
Denn seien wir einmal ehrlich - niemanden wird dadurch geholfen sein, wenn ich aufzähle an wie vielen Tagen es mir schlecht ging. Niemanden geh es besser, wenn ich preis gebe wie oft ich geweint habe. Niemand hat etwas davon, wenn ich berichte wie oft ich am Boden lag. Aber eine Sache - die könnte helfen. Nämlich wenn ich erzähle, was passieren musste um wieder aufzustehen. & genau das werde ich tun - in den kommenden Wochen. Aus Erfahrung sprechen.
Um vielleicht einer einzigen Person wirklich zu helfen.
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